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Audience Targeting

Zuletzt aktualisiert: 9. April 2026

Definition: Was ist Audience Targeting?

Audience Targeting (deutsch auch Zielgruppen-Targeting) bezeichnet die gezielte Ausspielung von Werbung an vordefinierte Nutzergruppen, die bestimmte Merkmale, Verhaltensweisen oder Interessen teilen. Statt Anzeigen nach Suchbegriffen oder Platzierungen zu steuern, wird die Werbung an den Nutzer selbst gebunden – unabhängig davon, welche Seite er gerade besucht oder welchen Suchbegriff er eingegeben hat.

Im Amazon-Ökosystem ist Audience Targeting besonders wirkungsvoll, weil Amazon über eine der weltweit größten First-Party-Datenbasen verfügt. Amazon kennt nicht nur das Surfverhalten, sondern auch das tatsächliche Kaufverhalten seiner Nutzer – und kann Zielgruppen auf Basis realer Transaktionen bilden. Das macht Amazon-Audience-Targeting deutlich präziser als vergleichbare Ansätze bei Google oder Meta, die primär auf Suchverhalten und Seitenaufrufe angewiesen sind.

Die wichtigsten Zielgruppentypen bei Amazon

Amazon stellt eine ganze Reihe von Audience-Segmenten bereit, die sich je nach Kampagnenziel und Funnel-Stufe einsetzen lassen. Die wichtigsten Typen im Überblick:

In-Market Audiences

Nutzer, die aktuell aktiv nach Produkten in einer bestimmten Kategorie suchen oder solche angesehen haben. Diese Zielgruppe hat die höchste Kaufbereitschaft und eignet sich für Conversion-Kampagnen im unteren Funnel.

Lifestyle Audiences

Nutzer mit langfristigen Interessen und Kaufgewohnheiten – z. B. „Fitnessenthusiasten“ oder „Bio-Käufer“. Ideal für Awareness-Kampagnen und Markeneinstieg bei neuen Zielgruppen. Mehr zu Lifestyle Audiences.

Remarketing / Retargeting Audiences

Nutzer, die bereits mit deiner Marke interagiert haben – Produktansichten, Warenkorb-Aktivitäten oder frühere Käufe. Erfahrungsgemäß die höchsten Conversion-Raten aller Zielgruppentypen. Mehr zu Retargeting.

Lookalike / Similar Audiences

Amazon erstellt diese Segmente automatisch auf Basis deiner bestehenden Zielgruppen: Nutzer, die ähnliche Merkmale aufweisen wie deine aktuellen Käufer, aber dein Produkt noch nicht kennen. Gut geeignet, um die Reichweite kontrolliert zu skalieren.

Custom / Advertiser Audiences

Eigene Zielgruppen, die du in Amazon DSP selbst erstellen kannst – z. B. basierend auf ASINs deiner Wettbewerber, bestimmten Kategorien oder Kombinationen mehrerer Signale. Maximale Flexibilität, erfordert aber DSP-Zugang.

Demographic Audiences

Segmentierung nach Alter, Geschlecht, Einkommen oder Haushaltsgröße. Eher als ergänzender Filter sinnvoll, selten als alleiniges Targeting-Kriterium ausreichend.

Audience Targeting in Amazon DSP

Amazon DSP bietet die umfangreichsten Audience-Targeting-Optionen im Amazon-Ökosystem. Werbetreibende haben hier Zugriff auf tausende vordefinierte Segmente und können zusätzlich eigene Audiences erstellen, kombinieren und verfeinern.

Was Amazon DSP zusätzlich bietet

  • Audience Builder: Eigene Segmente auf ASIN-Ebene erstellen (z. B. „Nutzer, die Wettbewerber-Produkt X angesehen haben“)
  • Audience Overlap: Analyse, welche Segmente sich überschneiden, um Budget-Verschwendung zu vermeiden
  • Amazon Marketing Cloud: Für fortgeschrittene Audiences auf Basis von Custom-Queries mit AMC
  • Hashed Audience Upload: Eigene CRM-Daten (gehashte E-Mails) als Seed für Lookalike-Audiences hochladen

Strategien für effektives Audience Targeting

  • Full-Funnel-Ansatz: Nutze Lifestyle Audiences für Awareness, In-Market Audiences für Consideration und Retargeting Audiences für Conversion. Jede Funnel-Stufe braucht eigene Zielgruppen, Creatives und Gebote.
  • Competitor Conquesting: Erstelle in Amazon DSP Custom Audiences auf Basis von Wettbewerber-ASINs. Nutzer, die Konkurrenzprodukte angesehen oder gekauft haben, sind offensichtlich an deiner Kategorie interessiert.
  • Segmente testen, nicht raten: Starte mit 3–5 Audience-Segmenten pro Kampagne und vergleiche die Performance. Pausiere underperformende Segmente nach 2–3 Wochen und skaliere die Gewinner.
  • Audience Exclusions: Schließe Segmente aktiv aus, um Budgetverschwendung zu vermeiden. Beispiel: Käufer der letzten 30 Tage aus View-Retargeting-Kampagnen ausschließen.
  • Frequency Capping pro Audience: Warme Zielgruppen (Retargeting) vertragen höhere Frequenzen als kalte (Lifestyle). Passe die Frequency Caps entsprechend an.

Keyword Targeting vs. Audience Targeting

Keyword Targeting (wie bei Sponsored Products) und Audience Targeting sind keine Gegensätze, sondern ergänzende Strategien. Keyword Targeting fängt aktive Nachfrage ab – der Nutzer sucht gerade. Audience Targeting geht proaktiv auf den Nutzer zu – auch wenn er gerade nicht sucht.

Keyword Targeting

Reaktiv: „Der Nutzer sucht nach meinem Produkt“ → Lower Funnel, hohe Kaufabsicht

Audience Targeting

Proaktiv: „Ich gehe auf den richtigen Nutzer zu“ → Full Funnel, Awareness bis Conversion

Die stärkste Kombination: Keyword-Kampagnen für die direkte Nachfrage, Audience-Kampagnen für den Aufbau von Markenbekanntheit und die Erweiterung des Kundenstamms. Langfristig steigern Audience-Kampagnen die Brand-Suchen, was wiederum die Keyword-Kampagnen performanter macht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich Amazon DSP für Audience Targeting?

Nicht zwingend. Sponsored Display bietet bereits grundlegendes Audience Targeting (Views/Purchases Remarketing, Interests). Für fortgeschrittene Optionen wie Custom Audiences, Lookalikes, Competitor-ASIN-Targeting oder AMC-basierte Segmente ist jedoch Amazon DSP erforderlich.

Wie messe ich den Erfolg von Audience-Kampagnen?

Im Lower Funnel (Retargeting) gelten die üblichen KPIs: ACoS, ROAS, Conversion Rate. Im Upper Funnel (Lifestyle, Awareness) sind Reach, New-to-Brand-Bestellungen und der Einfluss auf organische Brand-Suchen die relevanteren Metriken. Eine reine ACoS-Betrachtung unterschätzt den Wert von Awareness-Kampagnen fast immer.

Welche Audience-Größe sollte ich anpeilen?

Das hängt vom Budget ab. Zu kleine Audiences (unter 50.000 Nutzer) schränken die Ausspielung ein und liefern kaum Learnings. Zu große Audiences (mehrere Millionen) verwässern das Targeting. Für den Start empfehlen sich Segmente zwischen 100.000 und 1 Million Nutzern, die du dann anhand der Performance verfeinerst.

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